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Am Anger 19
06571 Wiehe
Tel.: (03 46 72) 83 63-0
Fax: (03 46 72) 83 63-6 |
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Galerie - Burgen und Schlösser
Die Wandgemälde der Modellbahn-Wiehe: Burgen & Schlösser; Maler: Hans Tempel
Liebe Leser! Was hat die Modellbahn Wiehe mit der Geschichte
Thüringens und Sachsen-Anhalts zu tun? Als ich im Herbst 1996 begann,
die beiden Modellbahn-Anlagen zu den landschaftlichen Themen Thüringen
und Harz zu planen, kam mir die Idee, die Wände der Ausstellungshallen
mit Motiven von historisch wertvollen und interessanten Gebäuden
Thüringens und Sachsen-Anhalts zu gestalten. In dem Kunstmaler Hans
Tempel fand ich einen Partner, der meine Ideen schöpferisch und anschaulich
umzusetzen wusste. Da von Anfang an geplant war, über die Wandbilder
eine Publikation zu gestalten, wurde auf Namen und Bezeichnungen an Ort
und Stelle der jeweiligen Motive bewusst verzichtet. Wir meinen vielmehr,
dass es eine interessante und lehrreiche Aufgabe sein kann, die auf einem
gesonderten Bogen beigefügten Wappen den einzelnen, im Heft abgebildeten
Motiven aus unserer Ausstellungshalle zuzuordnen. So kann jeder selbst
ermitteln, welches Wappen zu welchem Bild gehört und welche historischen
Geschehnisse dahinter stehen. Damit das Ganze eine runde Sache wird, hat
der Historiker Dr. Franz Rittig zu jedem Bildmotiv detaillierte historische
Texte erarbeitet, die in anschaulicher Weise die Geschichte unserer Heimat
vermitteln, ohne belehrend zu wirken. Besonders wichtig erschien es uns,
an die ältere deutsche Geschichte zu erinnern, der meines Erachtens
immer noch zu wenig Aufmerksamkeit zukommt.
Wiehe liegt im Unstruttal, dem "Tal der Könige
und Kaiser". Hier baute einst Kaiser Otto I. die alte Pfalz von Memleben
zu einem bedeutungsvollen Machtzentrum seiner starken Zentralgewalt über
das ganze deutsche Reich aus. Auch bei den nachfolgenden Kaisern Otto
II. und Otto III. erfreute sich Memleben höchster Wertschätzung.
Mithin wurde im Unstruttal deutsche Geschichte geschrieben, die weit über
die Region hinauswirkte - eine Tatsache, die sowohl bei der Motivauswahl,
als auch bei der Textgestaltung gebührend Berücksichtigung fand.
So erfährt man aus dem Heft, wie es zum Bau der dargestellten Burgen,
Kirchen und Schlösser kam. Man liest, wann und warum Dörfer
und Städte entstanden, während Burgen und Festungen verlassen
wurden und zerfielen. An grausame Kriege wird erinnert, doch auch friedlicher
Zeiten wird gedacht. Von Kaisern und Königen ist die Rede, aber auch
von dem Reformator Martin Luther sowie vom Bauernführer und Prediger
Thomas Müntzer und seinen tapferen Gefährten. Kurz gesagt: Mit
unserem Bilder- und Wappenheft ist ein vielleicht nur kleiner, aber doch
interessanter Streifzug durch die Geschichte Sachsen-Anhalts und Thüringens
möglich. Stiegler im Juni 1998.
Das Panoramagemälde |
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Auf dem Schlachtberg bei Bad Frankenhausen
erhebt sich weithin sichtbar der riesige, äußerlich modern
gestaltete Rundbau des Bauernkriegs-Panoramas. Dieses Monumental-Gemälde
entstand, um an den Großen Deutschen Bauernkrieg zu erinnern
und der Gefallenen der schlacht bei Frankenhausen vor 450 Jahren zu
gedenken. Der Leipziger Maler Werner Tübke arbeitete bis 1987
insgesamt 12 Jahre an seinem Werk, das als Rundpanorama ohne Anfang
und Ende eine 14 Meter hohe und 123 Meter lange Leinwand-Fläche
einnimmt. Die Szenerie zeigt etwa 3.000 historische Gestalten in verschiedenen
geschichtlichen Situationen der Renaissance und besonders von der
Reformation bis zum Bauernkrieg in Deutschland. |
Das Schloss Sondershausen |
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Das heutige Schloss Sondershausen geht auf die Errichtung
zweier Renaissance-Trakte in den Jahren von 1533 bis 1576 zurück.
Auch der Turm stammt aus dieser Zeit. Im 17./18. Jahrhundert ließ
das Adelshaus Schwarzburg -Sondershausen seine Residenz zu einem prunkvollen
Wahrzeichen des barocken Absolutismus in Gestalt einer Vierflügel-Anlage
ausbauen. so entstand 1700 der mit reichen Stuckarbeiten ausgestattete
Südtrakt und der mit hochbarocken Kolossalfiguren dekorierte
Riesensaal im zweiten Obergeschoß. 1770 folgte der Westtrakt
mit dem Weißen Saal, der mit reichen Stuckarbeiten im Stil des
Rokoko gestaltet wurde. Westlich des Schlosses steht das so genannte
"Karusell", ein in seinem Grundriss achteckiges Lustschlösschen,
das heute als Konzertsaal dient. 1708/09 erbaut, überrascht dieses
"Karusell" mit einem mechanisch drehbaren Erdgeschoßboden,
über dem sich doppelte Zuschaueremporen erheben. |
Die Sachsenburg-Ruinen |
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Die beiden Sachsenburg-Ruinen bei Oldisleben erheben
sich auf dem Kalkfelsen der Hainleite. Die noch gut erkennbaren Bergfried-
und Palasreste gehen auf eine Burganlage aus dem 13. Jahrhundert zurück,
die im Verlaufe ihrer Geschichte allerdings mehrfach zerstört
und wieder aufgebaut wurde. Ihre Bedeutung erhielten die Befestigungsbauten
durch ihre zumindest zeitweilige Funktion als Zoll- und Geleitstation
an der "Thüringer Pforte". Von der unteren Burgruine,
der Hakenburg, existieren neben dem Bergfried auch einige gut erhaltene
Kellergewölbe. Vom Burgplateau hat der Besucher einen hervorragenden
Ausblick auf die reizvolle Landschaft zu beiden Ufern der Unstrut
und auf die Gemeinde Oldisleben mit ihren alten Häusern und Straßenzügen. |
Das Schloß Beichlingen |
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Um 1014 benannte eine alte Urkunde rund 15 Kilometer
vom heutigen Sömmerda entfernt eine Burg, die 1069 von Kaiser
Heinrich IV. belagert und schließlich zerstört wurde. Im
13. und 14. Jahrhundert errichtete man am selben Ort das später
so genannte "Hohe Haus", das samt Burganlage 1519 aus der
Hand der Beichlinger Grafen in den Besitz der Familie von Werthern
überging. Im 16. Jahrhundert kam es unter Hans und Wolfgang von
Werthern zum völligen Umbau der alten Burganlage und des Hohen
Hauses im Stile der Renaissance. 1600 folgte der Neubau der Schlosskirche. |
Die Runneburg |
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Um das Jahr 1100 vermeldeten historische Urkunden
die ersten steinernen Befestigungen auf trockenem Rücken inmitten
sumpfigen Geländes. 1168 entstand daraus eine Burg, die zur Residenz
der Landgrafen von Thüringen wurde. Zwischen 1200 und 1220 folgte
der weitere Ausbau zu einer prachtvollen, pfalzähnlichen Anlage
mit neuem Palas und Burghof. Das mächtige Feudalgeschlecht der
Wettiner ließ die Burg von 1260 bis 1280 erneut aus- und umbauen;
im 14. Jahrhundert wölbte man den Palas ein. 1578 kam es erneut
zu einem Erweiterungsbau, der als Witwensitz der sächsischen
Kurfürsten diente. 1600 setzte man ein Torhaus hinzu und errichtete
1738 ein Wagenhaus, das die Bezeichnung "Fürstenbau"
erhielt. 1809 trug man den alten Torturm ab. Seit 1815 Sitz eines
Amtsgerichts, diente die Runneburg seit 1890 auch als Sitz des Landratsamtes
und stand von 1950 bis 1988 unter der Verwaltung der ehemaligen Volksbildung
der DDR. 1988 begannen aufschlussreiche archäologische Grabungen
und bauhistorische Untersuchungen zur Geschichte der Runneburg. |
Die Wartburg |
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Die sagenumwobene Gründung der berühmtesten
Burg Thüringens durch Graf Ludwig den Springer geht auf das Jahr
1067 zurück. Die weiträumige Anlage aus verschiedenen Bauzeiten
gruppiert sich um zwei Burghöfe. Den ältesten Teil bildet
der spätromanische Palas im Südosten . Der Bau der beiden
unteren Geschosse begann nach 1190 und wurde um 1220 vollendet. Um
1250 setzte man ein drittes Geschoß auf. Im Erdgeschoß
des Palas befinden sich der Rittersaal und die Elisabeth-Kemenate
mit ihren Mosaikverzierungen von 1902/1906 sowie der Speisesaal mit
den Adlerkapitellen der hölzernen Flachdecke. Das zweite Geschoß
beeindruckt mit dem berühmten Sängersaal. Die Fresken erinnern
and den "Sängerkrieg auf der Wartburg" 1206/1207, an
die Elisabeth-Legende und die Geschichte der Burg. So hielten sich
unter Landgraf Hermann I. (190-1217) die Dichter Walther von der Vogelweide
und Wolfram von Eschenbach in den Mauern der Wartburg auf .Vom 4.
Mai 1521 bis 1. März 1522 übersetzte hier der als "Junker
Jörg" getarnte Martin Luther das Neue Testament aus dem
Griechischen ins Deutsche. |
Landeshauptstadt Erfurt |
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Erstmals 729 als befestigter Ort in der Nähe
des 706 gegründeten Petersklosters genannt, gab es bereits 802
am Ort der heutigen Landeshauptstadt eine Königspfalz. Für
das Jahr 1066 wird eine Stadtmauer erwähnt. Die Stadtsiedlung
geht auf den Kreuzungspunkt der alten Handelsstraßen von Köln
über Naumburg nach Osten und von Würzburg über Magdeburg
nach Norden zurück. Der älteste Marktort lag wohl vor dem
heutigem Dom. Von dort aus zog sich eine Marktstraße zur Krämerbrücke
hin, die schon für 1156 bezeugt ist. Rechts des Flusses Gera
entstand der Anger, ein breiter Straßenmarkt. Der Erfurter Rat
wird erstmals 1217 erwähnt. Die Marienkirche, der Erfurter Dom,
erhielt im 14. Jahrhundert die heutige Größe; das Langhaus
entstand im 15. Jahrhundert. Bei der Kirche St. Severin saß
ein Archidiakon des Erzbistums Mainz, das rund 800 Jahre über
Erfurt und größere Teile Thüringens gebot. |
Die Leuchtenburg |
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Thüringen ist reich an gut erhaltenen Baudenkmälern,
die an die wechselvolle Geschichte des heutigen Freistaates erinnern.
Oberhalb des Städtchens Kahla liegt, ringsum weithin im Thüringer
Land sichtbar, die Leuchtenburg. Ihre Befestigungsbauwerke gehen im
Kern auf das 13. Jahrhundert zurück. Sie wurden im 19. Jahrhundert
allerdings stark verändert. Am Fuße des großen, spätromanischen
Bergfrieds befindet sich das Herrenhaus aus dem Jahre1744. Zur Burganlage
gehören auch eine Kapelle, eine trutzig wirkende Ringmauer und
gut erhaltene Wehrtürme. |
Europastadt Stolberg |
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Um 1200 bauten die Honsteiner Grafen (sie nannten
sich ab etwa 1210 Grafen von Stolberg) an einer Harzquerstraße
zwischen Erfurt und Braunschweig eine Burg. Noch im Verlaufe des 13.
Jahrhunderts entwickelte sich im engen Tal die Silber- und Kupferstadt
Stolberg. Nach den Niedergang des Bergbaus betrieben ihre Bürger
Getreidehandel und ernährten sich von Leineweberei und Branntwein-Brennerei.
Vermutlich um 1490 wurde in Stolberg der Prediger und spätere
Bauernführer Thomas Müntzer geboren. 1815 kam Stolberg an
Preußen. Die Stadt erhielt 1923 Bahnanschluss. Ihre einmalige,
historisch exzellent erhaltene Fachwerk-Architektur trug entscheidend
zu ihrem heutigen Status als "Europastadt" bei. |
Weitere Wandgemälde... |
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Weitere Bilder und historische Informationen zu den
geschichtsträchtigen Burgen- und Denkmälern des Freistaats
Thüringen sowie Sachsen-Anhalt gibt es in unserem Sonderheft
"Die Wandgemälde in der Modellbahn Wiehe - Ein Streifzug
durch deutsche Geschichte in Thüringen und Sachsen-Anhalt".
Das Wandgemäldeheft beinhaltet 42 Burgen und Schlösser,
welche in ihrer Historik erläutert sind. Neben jeder Abbildung
einer Burg befindet sich ein leeres Kästchen, in das ein Wappen
zum jeweiligen Ort gehört. Dem Heft liegt ein Wappenbogen ein,
wer die Bauten richtig beliest, ist in der Lage, die Wappen zuzuordnen
und Sie einzukleben. Nach Abarbeitung dieses Heftes ist man wieder
fit in Thüringer und Sachsen-Anhaltinischer Geschichte. |
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